Nachdem ich letzte Woche ein Update auf den aktuellen Firefox 3.0.1 gemacht habe, will ich heute einmal einige Punkte ansprechen, die mir aufgefallen sind und die nach meiner Meinung in dieser Form nicht passen.
Vielleicht vorab, ich surfe nun seit vielen Jahren mit Netscape, Mozilla und Co. Abstecher zu anderen Browsern habe ich selten gemacht, insbesondere Microsofts Internet Explorer kenne ich nur ansatzweise. Auch Opera hat bisher auf meinen Desktopsystemen keine grosse Rolle gespielt. Die letzten Jahren waren es durchweg Firefox bzw. Mozilla. Nun gefällt mir seit längerem der Weg nicht, der bei Firefox (Mozilla Foundation) eingeschlagen wurde. Firefox ging einmal mit dem Anspruch an den Start, ein moderner, schlanker und benutzerfreundlicher Browser zu sein.
Ich denke, man kann heute feststellen, das dieser Anspruch nicht mehr gilt bzw. im Laufe der Zeit verloren ging.
Aber zum Hauptthema. Als grosse Inovation wird die neue, intelligente Adresszeile angepriesen. Auf den ersten Blick verwirrend. Auf den zweiten Blick verwirrend. Und auf den dritten Blick immer noch verwirrend. Ein Mix aus Lesezeichen, Tagbegriffen, URLs usw.
Nachdem ich diese Adresszeile das erste mal gesehen habe, war ich regelrecht bedient… Aber ok, angeblich wird es ja immer besser mit der Zeit. Ich bin ja soweit schmerzbereit, das ganze eine Weile zu testen und zu ertragen. Nach nunmehr einer Woche sage ich ganz deutlich, dies ist für mich persönlich ein Schuss in den Ofen.
Eine Möglichkeit, die ursprüngliche Adressleiste einzuschalten, die gibt es nicht. Man kann zwar via Eingabe in der Adresszeile
about:config
einige Optionen wieder deaktivieren, aber es ist nicht möglich, das Verhalten einer normalen URL-Zeile zu 100% wieder herzustellen.
Zwar gibt es ein Addon, welches sich aber derzeit noch in der Entwicklung befindet und daher eventuell nicht 100%ig stabil ist.
In vielen Foren rufen User nach der normalen Adresszeile, in einem bekannten deutschen Firefox-Forum werden Kritiker teilweise mit recht rüden Beiträgen “niedergemacht”. Der Angriff auf die heilige Kuh ist wohl nicht gern gesehen…
Allerdings konnte mir bis heute noch niemand genau sagen, welchen Vorteil diese neue “Inovation” haben soll. Ich vermute einmal, es geht hier garnicht darum, etwas ach so tolles auf den Markt zu werfen, man wollte den anderen Browsern (inkl. Google-Chrome) nicht hinterher rennen. Das die Mozilla Foundation resistent gegen solche Kritik ist und die Community als tolles Aushängeschild für irgendwelche bekloppten Rekordversuche ala Download-Rekord zwar gut ist, sonst aber einfach die Fresse zu halten hat, das haben die Leute ja mit der Diskussion um den Thunderbird bewiesen. Meine Oma sagte immer “Gehts dem Esel zu gut, dann geht er auf das Eis tanzen.” Die Eisbahn der Mozilla Foundation muss gigantisch sein…
Ich werde sicher noch keinen endgültigen Bruch mit dem Firefox machen, aber es fehlt nicht mehr viel. Eine gute und saubere Alternative bietet der SeaMonkey. Diesen kann ich jeden Umsteiger, der gern auf den Internet Explorer, Opera oder Firefox verzichten möchte, nur empfehlen.