Kennen Sie den Spruch “Weltweit einfach und sicher im Internet zahlen”? Na? Schon mal gehört? Er gehört zu Click and Buy und ist fast richtig!
Den ersten Teil mit dem “einfach” wuerde ich sogar unterschreiben! Es ist nämlich so einfach, das man selbst mit fremden Kontodaten ganz einfach shoppen kann!
Die Geschichte, die mir mit diesem seltsamen Unternehmen passiert ist, ist fast schon wieder unglaublich, so schräg ist diese! Hin und wieder schaut man ja auf seine Kontoauszüge und findet dann entsprechende Zahlen. Meist eh mit einem Minus davor. Aber schau einmal! Da steht ein Plus von 0,01 Euro! Huch, mir hat jemand einen Cent überwiesen. Und das war Click and Buy. Wozu ein Cent? Ich kenn die garnicht!! Und irgendwelches Zahlenkram dazu. Seltsam, dachte ich mir! Webseite herausgesucht und angerufen und nachgefragt. Das ganze ging in etwa dann so ab:
“Hallo, ich habe eine Frage, Sie haben mir einen Cent auf das Konto gebucht, wozu ist der?”
“Sie haben sich bei uns angemeldet und Ihre Kontonummer eingetragen. Dann prüfen wir, ob das Konto existiert und buchen 1 Cent. Damit ist das Konto bestätigt und Sie können einkaufen.”
“Ääähm, moment einmal, ich kannte Sie bis zu dieser Buchung nicht einmal, wo habe ich mich angemeldet?”
“Bei uns, Sie haben Ihre Kontodaten hinterlegt und zur Prüfung buchen wir den Cent…”
“Jajaja, soweit hab ich das schon verstanden, aber ich habe mich nicht angemeldet…”
Jetzt kommt das “Geben Sie mir einmal die Nummer…” usw. , das kennt man ja und das überspringen wir.
“Ja, Sie haben sich angemeldet, Ihre Kontodaten hinterlegt und auch bereits eingekauft.”
“Noch einmal von vorn, ich habe mich NICHT angemeldet geschweige denn, bei Ihnen eingekauft…”
“Nein, natürlich nicht bei uns, sondern bei einem unserer Partner, wir wickeln ja nur die Zahlung ab über Ihr Konto…”
“Ich habe garantiert auch nicht bei Ihren Partnern eingekauft, das ist mein Geschäftskonto, dort werden Kundenzahlungen abgewickelt. Was soll ich den gekauft haben? Und welche Daten sind denn bei Ihnen hinterlegt?”
“Sie sind aus Düsseldorf?!…”
“Aus wo?? Ich bin nicht einmal aus Deutschland, ich lebe und arbeite seit einigen Jahren schon im Ausland und mit Düsseldorf habe ich auch nichts zu tun!! Was habe ich gekauft?”
“Wenn Sie das nicht sind, dann darf ich Ihnen das auch nicht sagen…”
Ich stehe kurz vor einem Schreikrampf…
“Sie dürfen mir das nicht sagen? Aber Sie durfen auf meinem Konto rumbuchen?”
“Wollen Sie einen Missbrauch melden?”
“Gute Frau, augenscheinlich handelt es sich um einen Missbrauch, löschen Sie bitte meine Kontodaten!”
Ich stehe kurz davor zu explodieren und meine gute Kinderstube zu vergessen…
“Ich sperre jetzt Ihre Kontonummer im System, dann können Sie aber auch nicht mehr über Ihr Konto einkaufen bei uns….”
“ICH WILL AUCH NICHT EINKAUFEN BEI IHNEN UND ICH HABE AUCH KEIN KUNDENKONTO BEI IHNEN!!!”
Mittlerweile komme ich mir echt verarscht vor. Um das etwas kürzer zu gestalten, ich will nun wissen, welche Daten auf “meinem” Kundenkonto eingetragen sind. Natürlich bekomme ich diese nicht. Nun reicht es mir endgültig, ich verlange den Teamleiter zu sprechen. Der sei gerade nicht am Platz, ob er mich zurückrufen könne. Muuuaaaahh, Klammerbeutel? Pudern?? Nee, nix da! Dann einen anderen Vorgesetzten!
Und irgendwie bekomme ich wirklich jemanden. Jetzt das gleiche Spiel wieder. Der Dialog von oben könnte mit einigen kleineren Änderungen fast 1:1 übernommen werden, ok, jetzt hab ich einen männlichen Gesprächspartner (die Namen spare ich mir noch auf).
Ich frage den Menschen, was er von einem solchen System hält. Das ist doch absolut unsicher! Jetzt gehe ich wieder in die Gesprächsebene, das lief dann in etwa so ab:
“Unser System ist sehr sicher und wird auch ständig kontrolliert. Missbrauch ist hier fast kaum möglich”
“Aber entschuldigen Sie, worüber reden wir gerade? Hier wird doch gerade mein Konto missbraucht?! Wie hoch ist den “mein Einkauf”?”
“Da sind 3 Bestellungen, gesamt ca. 130 Euro…”
“Und Sie sagen mir sicher? Wenn ich jetzt nicht angerufen hätte, was wäre dann passiert? Würde das Geld meinem Konto belastet?”
“Ja, das würden wir Ihrem Konto belasten.”
“Hahahaha, wie sicher! Sie buchen AUF mein Konto Geld, damit ist es vorhanden und das gibt Ihnen die Erlaubnis VON meinem Konto Geld abzubuchen? Kontrollieren Sie denn überhaupt nicht, wem das Konto gehört?”
“Doch, das machen wir, wir führen eine Kontrollbuchung durch…”
“Sorry! Verstehe ich das richtig?! Ich nehme Ihre privaten Kontodaten, melde mich an bei Ihrer Firma und dann kommt diese Kontrollbuchung und solange diese in Ordnung ist, kann ich dannach einkaufen??? Nur damit ich das richtig verstanden habe…”
“Naja so einfach ist es nicht, Sie müssten ja erst meine Kontodaten haben…”
“Ich meinte dies ja auch theoretisch, damit ich Ihr System verstehe…”
“Ich würde das auf meinem Konto sehen und würde es zurückbelasten…”
“Also doch! Ich kann mit Ihren Kontodaten einkaufen, wenn Sie 2 oder 3 Wochen im Urlaub sind, dann bin ich mit den gekauften Sachen über alle Berge??”
“Ähh naja, …, ja, aber nur theoretisch, wir haben…”
Das Rumgestotter ging noch ein bissel hin und her, ich will das nicht bis zum kleinsten Detail ausweiten.
Fassen wir einmal zusammen!
Jemand eröffnet bei Click and Buy ein Kundenkonto. Er meldet sich dort mit einer nicht ihm gehörenden Kontonummer an. Click and Buy bucht einmalig einen Cent auf das Konto zur Kontrolle. Also es wird nicht einmal abgebucht, so das selbst bei überzogenen Konten keine Probleme entstehen, das Inkasso erledigt man dann sicher auch noch…! Ist diese Buchung erfolgreich, dann kann man nach Herzenslust shoppen, die Einkäufe werden vom Konto abgebucht. Einfach, aber in keinster Weise sicher!
Fakt ist, Click and Buy schreibt gross von Sicherheit, wälzt diese aber ganz geschickt auf die Beteiligten ab!
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